



Verhaltenscoaching für Hund und Mensch
Falls du gerade Durst hast, also dein Bedürfnis nach Wasser nicht befriedigt ist, wirst du versuchen ein Glas Wasser zu trinken. So haben manche Bedürfnisse Prioritäten vor anderen.
1970 beschrieb Abraham Maslow Prioritäten als Bedürfnishierarchie beziehungsweise Bedürfnispyramide. Im Sockel befinden sich die physiologischen Bedürfnisse, wie Nahrung und Wasser. Erst sobald diese Bedürfnisse erfüllt sind, werden andere aktuell: Das nach Sicherheit, dann die sozialen Bedürfnisse, gefolgt von den individuellen Bedürfnissen. Laut Maslow (1971) folgt zuoberst das höchste der „menschlichen“ Bedürfnisse: das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung.
Es gilt jedoch zu beachten, dass Maslows Hierarchie teilweise willkürlich und für Menschen festgelegt wurde. Die Reihenfolge der Bedürfnisse ist nicht universell.
Ein Beispiel könnte ein jagender Hund sein, der sich durch das Jagen zum Ende seiner Kräfte hetzt, obwohl er in der Zwischenzeit unzählige Möglichkeiten gehabt hätte, Müll oder anderes Fressbares aufzustöbern.

Wenn ich die Bedürfnispyramide visualisiere, mache ich dies absichtlich ohne Ränder. Für mich sind die Übergänge zwischen den einzelnen Bedürfnissen oft fliessend und es ist gar nicht so einfach, die Bedürfnisse einer Stufe der Pyramide zuzuteilen. Als Tipp: Liste alle Bedürfnisse deines Hundes, welche dir in den Sinn kommen, auf. Anschliessend druckst du die Bedürfnispyramide aus oder kreierst eine eigene und versuchst die Bedürfnisse den verschiedenen Stufen zuzuordnen. Gar nicht so einfach?

Kommt die Akzeptanz vor der Veränderung? Denk an ein unerwünschtes Verhalten deines Hundes… Steigt dein Puls an und nervst du dich? Klar kannst du einfach am unerwünschten Verhalten arbeiten und wirst auch etwas erreichen. Doch falls du dich darauf einlässt und erst einmal akzeptierst, wie es momentan ist, somit auch die Erwartungen dahinter loslassen kannst, ensteht eine ganz andere, offenere Haltung. Dabei dennoch eine klare Intention zu haben ist die Kunst. Genau gleich sieht es andersum aus, denn schliesslich ist die Veränderung das einzig Konstante. Diese stetige Veränderung sollte auch akzeptiert werden und lässt viel Raum für Potential zu. Wie oft reduzieren wir uns und unsere Hunde, auf das, was wir waren und bis jetzt sind?
In diesem Video zeige ich dir den Aufbau zum Skateboarden mit Hund.
Ausserdem verwende ich den Tellington TTouch Connector von grünes-c.at
Das Wort „Empowerment“ kann auf verschiedene Arten übersetzt werden. Wenn ich das Wort auf Deutsch übersetzen müsste, würde ich „Selbstwirksamkeit“ verwenden. Im Deutschen Wort Selbstwirksamkeit sind die Wörter „selber“ und „wirksam“ enthalten. Empowerment bedeutet grob gesagt, die Fähigkeit im Alltag und im Leben selber wirksam zu sein.

Was hat Empowerment mit modernem Hundetraining zu tun?
„Modernes“ Hundetraining selber stellt Empowerment dar. Wie wir und wieso wir Hunde trainieren unterliegt den Grundprinzipien von Selbstwirksamkeit. Dies können wir anhand von Alltagsbeispielen aufzählen.
Geschirr anziehen
Dein Hund fand zu Beginn das Geschirr anziehen gruselig. Dein Hund hat vielleicht gelernt stillzuhalten, aber fand diese Situation noch nicht so angenehm. Durch Empowerment/Selbstwirksamkeit lernt dein Hund, dass du auf ihn Rücksicht nimmst. Zum Beispiel anhand seiner Körpersprache erkennst du, wie lange die Situation für deinen Hund angenehm ist. Zeige deinem Hund das Geschirr. Schaut dein Hund weg, wendet er seinen Blick ab oder blinzelt er? Das ist alles Kommunikation und wenn du diese nicht wahrnimmst und deinem Hund einfach das Geschirr überstülpst, dann entziehst du deinem Hund Selbstwirksamkeit. Er lernt vielleicht die Situation auszuhalten, wird aber kein Gefühl von Selbstwirksamkeit erleben. Du kannst dies ganz leicht ändern, indem du auf die Kommunikation deines Hundes eingehst. So präsentierst du das Geschirr beispielsweise, dein Hund schaut leicht weg, du wartest ab, bis dein Hund einen Schritt auf dich zugeht, dann versuchst du nochmal das Geschirr näher zum Hundekopf zu bringen. So entsteht ein DIALOG, du lernst auf die Sprache deines Hundes Rücksicht zu nehmen und dein Hund lernt, dass du als Mensch seine Hundesprache wahrnimmst und darauf eingehst. Es gibt unzählige Anleitungen, wie du das Geschirr anziehen deinem Hund schmackhaft machst, dies hier stellt keine schrittweise Anleitung dar, soll jedoch aufzeigen, dass es ganz leicht ist, unseren Hunden im Alltag ein Gefühl von Selbstwirksamkeit vermitteln zu können.
SITZ
Ein ganz banales, aber nicht zu unterschätzendes Beispiel für Selbstwirksamkeit ist ein positiv aufgebautes Sitz.
Kannst du dich noch an die Baby-Steps erinnern? Du hältst ein Leckerlie in der Hand und dein Hund kommt nicht einfach so ans Leckerli. Er versucht durch Problemlösungsstrategien ans Leckerlie zu kommen und bietet ein Sitz an. TADA- dein Hund lernt über sein Verhalten die Situation zu beeinflussen und dies vermittelt ihm wiederum ein Gefühl von Selbstwirksamkeit.
Im modernen Hundetraining nützen wir dieses tolle Gefühl von Selbstwirksamkeit dafür aus, dem Hund beizubringen welche Verhalten wir im 21. Jahrhundert vom Hund für ein reibungsloses Zusammenleben fördern möchten.
Kooperationssignal im Medical Training
Gerade im Medical Training setzen wir auch auf Empowerment. Dein Hund lernt, dass er beim Medical Training ein Mitspracherecht kriegt. So wird ein Kooperationssignal aufgebaut. Zum Beispiel steht ein Hund mit den Vorderpfoten auf ein Podest und er wird nur dann gebürstet, wenn er auf ruhig und gelassen auf dem Podest bleibt. Sobald dein Hund vom Podest runtergeht, signalisiert er, dass es ihm noch zu viel ist und so wird ihm wiederum ein Gefühl von Empowerment vermittelt.
Negativ-Beispiel Stress
Der liebe Stress, stets in aller Munde. Oft wird er in positiven und negativen Stress unterteilt und ist auch als Eustress oder Distress bekannt. Was damit eigentlich gemeint ist, kann wiederum anhand von Selbstwirksamkeit sehr einfach und verständlich erläutert werden. So behält ein Lebewesen während einem angenehmen und positiven Stress die Selbstwirksamkeit und die Kontrolle über die Situation. Fehlt die Selbstwirksamkeit, verliert man die Kontrolle und hat keine Strategien der Situation zu entkommen, so entwickelt sich ein negativer Stress. Dieser negative Stress ist längerfristig gesundheitsschädlich und kann zu körperlichen Symptomen führen.
Was ist mit Maslow?
Wer die Maslowsche Bedürfnispyramide kennt, weiss, dass sich auf der obersten Stufe die Selbstverwirklichung befindet. Selbstwirksamkeit gehört für mich aber nicht in diese Kategorie. Selbstwirksamkeit stellt ein Gefühl dar, welches der Hund bei der Deckung seiner Bedürfnisse auf allen Stufen der Maslowschen Bedürfnispyramide wahrnehmen soll.

Empowerment als Grundrecht
Selbstwirksamkeit stellt für mich einen sehr wichtigen Teil in einem erfüllten Menschen- und auch Hundeleben dar. Gemeinsam selbstwirksam unterwegs zu sein, macht deinem Hund und dir Spass. Inspiriere doch auch andere Mensch-Hund-Teams selbstwirksam unterwegs zu sein.

Liebe Hunde
Hier einmal eine kurze Anleitung, dass ihr Hunde uns Menschen besser verstehen könnt und wie ihr uns weiterhin unterstützen könnt.
Als erstes vorab, wir Menschen verstehen uns selber auch nicht wirklich.
Wir sind genauso teilweise vorprogrammierte Wesen, wie ihr Hunde auch. Auch wir Menschen tragen einen Rucksack, aus unserer Genetik, unserer Umwelt und den Lernerfahrungen die wir darin gemacht haben, mit uns. Und neben dem Rucksack tragen die Menschen weiter oben auch noch etwas. Unser Kopf mit dem Gehirn. Langsam kommen wir dem Mysterium Mensch etwas näher. Im Gegensatz zu euch Hunden, sind wir interessanterweise eher kopflastige Tiere. Wir Menschen versuchen ständig etwas zu verstehen, zu interpretieren oder zu planen- egal ob dies bereits geschehen ist oder noch in ferner Zukunft liegt. Macht euch aber keine Sorgen um uns. Es wird immer mehr Menschen geben, die sich an euch Hunden orientieren werden. Wohl werden wir kaum beginnen eure Zeitungen zu lesen und unsere eigene Notiz mit Urinmarken am nächsten Grasbüschel zu hinterlassen. Es gibt aber sehr wohl einige Fähigkeiten für uns Menschen, die wir Menschen uns von Hunden abschauen können
3 Doggy-Skills für uns Menschen:
Liebe bedingungslos und zeige deine Freude
Danke allen Hunden, dass ihr uns Menschen so bedingungslos liebt. Wir können Stunden weggehen (wenn ihr das alleine zuhause bleiben kennt) und trotzdem werden wir Menschen beim Heimkommen voller Freude schwanzwedelnd begrüsst. Da können wir noch so speziell gelaunt sein, unsere Hunde bringen die menschliche Stimmung stets wieder in den grünen Bereich. Wir Menschen sollten uns davon eine riesige Scheibe abschneiden. Zeigen wir unsere Freude gegenüber unseren Freunden und Tieren genug? Wir Menschen mögen etwas, der Hund zeigt, dass er etwas mag.
Freue dich an den kleinen Dingen
Hunde sind so toll darin, ganz viel Freude an ganz kleinen Dingen zu haben. Danke Hunde, dass ihr euch im Dreck wälzt, Runden dreht, Vollgas gebt und einfach Hunde seid. Stundenlang könnt ihr nichts anderes tun, als in der Sonne liegen, Hunde-Yoga auf euren Schlafplätzen machen, Kontaktliegen und viel viel mehr. Die Doggy-To-Be-Happy-List ist unendlich.
Mach es wie ein Hund und freu dich an den kleinen Dingen.
Im Moment leben
Ihr Hunde habt es verstanden. Ihr lebt mehrheitlich im Hier und Jetzt.
Genau deswegen lieben wir euch so. Zeigt uns Menschen bitte weiterhin, wie toll ihr das macht. Wir Menschen können euch uns nur als Vorbild nehmen und uns zum Ziel zu setzen, vor jedem Spaziergang und jeder Aktivität mit dem Hund unseren Kopf so gut wie möglich aufs HIER zu fokussieren. Wie? Frage deinen Hund und orientier dich an ihm. Dein Hund wird dir genügend Möglichkeiten geben, dich voll aufs Hier und Jetzt zu konzentrieren.
In diesem Sinne ein ganz grosses DANKE an alle Hunde für ihre PAWFECTION
Planung ist die halbe Miete:
Plastikboxen eignen sich optimal um darin alles Nötige zu verstauen. Die Boxen mit Deckel können nachts auch ausserhalb des Zeltes gelagert werden und schaffen somit genügend Platz im Zelt oder Auto.
Packliste (es gilt die Devise, so wenig wie möglich und so viel wie nötig):
-funktionierender Campingkocher
-Pfanne
-Teller und Besteck
-Salz und Zucker
-Öl
-Spülmittel/Zitronenstein, Chromstahlwolle, Schwamm
-Geschirrtuch
-Kaffeepulver
-Feuerzeuge
-Korkenzieher
-Proviant
-Wasserkanister mit genügend Wasser (im Ausland bei chloriertem Wasser, vor Ort Pet-Flaschen kaufen)
-Zelt
-Zeltmatte oder Luftmatratze
-Schlafsack
-evtl. Klapptisch und Campingstühle
für die Hunde:
-evtl. Hundebox
-Bodenschraube
-Decken
-Tücher
Nimm dir genügend Zeit beim Packen. Wir haben die Hunde im Kofferraum transportiert und Material und Gepäck auf der Rückbank verstaut. Das Material auf der Rückbank haben wir sicherheitshalber mit einer Plane befestigt. Wer einen Dachträger hat, kann später mit der Plane ein Vorzelt spannen.
Zelt oder Auto?
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Auch ein Zelt kann sehr gemütlich eingerichtet werden. Sowohl im Auto und im Zelt kann es nachts frisch und kühl werden. Daher lohnt sich ein guter Schlafsack und vielleicht auch eine warme Kuscheldecke für die Hunde.
Wer ein grosses Auto hat, kann sich natürlich auch überlegen dieses als Schlafplatz einzurichten. Für SUV’s gibt es spezielle Luftmatratzen, die bei umgeklappter Rückbank für ein komfortables Schlaferlebnis sorgen. Achtung: Die Luftmatratzen sind ziemlich stabil, trotzdem lohnt es sich eine dicke Decke als Krallenschutz zu verwenden um mögliche Löcher vermeiden zu können.
Destination:
Je nach Jahreszeit und Saison ist zu überlegen, welche Destination man auswählt. Wir waren in der ersten Septemberwoche in Südfrankreich auf dem Camping de L’Espiguette. Es hatte nicht zu viele andere Camper und der Weg zum Strand ist nur kurz. Wir hatten auch das Glück, dass jeweils am Strand nur wenige Menschen und kaum andere Hunde waren.
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Im Fluss sein:
Was für ein harmonischer Spaziergang.
Ich war fasziniert wie Lea im Wasser stand und einfach geniessen konnte.
Heute wollte ich ganz bewusst mit meinen Hunden spazieren gehen.
Wir entschieden gemeinsam, welche Wege wir wählten.
Ich liess die zwei viel Schnüffeln und sobald sie etwas zum Beobachten entdeckten, kniete ich mich neben sie und habe mitgeschaut, was sie wohl sehen mögen. Wirklich miteinander und nicht gegeneinander.
Es ist manchmal schwer nachzuvollziehen, aber die langen Leinen haben tatsächlich enorm viel Freiheit gegeben. So können sich die Hunde im Radius frei bewegen und müssen nicht ständig unterbrochen werden. Was nützt es einem jagenden Hund frei zu sein, wenn er ständig kontrolliert werden muss und sich nicht in seinem Element entfalten kann.
Meine zwei waren sowas von zufrieden nach diesem Spaziergang. Wir gingen nicht weit, aber voller Achtsamkeit und Verbundenheit.
Lass dich nicht in eine Struktur drängen oder vergleiche dich damit, was andere Hundehaltende mit ihren Hunden erreichen. Jeder hat eine andere Vorgeschichte, gerade Hunde mit grösseren Rücksäcken lernen im Vergleich zu anderen Hunden vielleicht etwas langsamer. Aber lass dich nicht unterkriegen, akzeptiere es und sei dankbar dafür.
Lass dich darauf ein, dass dein Hund dir den Weg zeigen darf. So schafft ihr gemeinsam Verbundenheit und eine schöne Mensch-Hund-Beziehung.
Lass das Wasser fliessen, finde zurück zu deinem Fluss.