Cool & competent… Hunde brauchen Führung

Egal ob du auch zu der Fraktion der positiv verstärkenden Trainern gehörst. Ob du wie ich zur TTouch-Familie gehörst 😉
Oder ob du einfach nur ein ganz stinknormaler Hundehalter bist.

Dieser Text wird sich um unser Denken handeln und soll eine Bitte für Toleranz gegenüber anders Denkenden sein und auch für mehr Flexibilität in unserem Denken sorgen. Und vielleicht können wir auch unser Denken überdenken. DENKSTE!!!!

Ich bin ein Mensch der gerne provoziert und heikle Themen anspricht! (und ja, denken tu ich auch gerne)

13064559_10209212225133129_2833944650047914984_o
cool & competent- so will ich sein und das auch ausstrahlen!

Meiner Meinung nach genügt es nicht dem Hund einfach im richtigen Moment Leckerlies reinzustopfen! Das habe ich am eigenen Leib erleben dürfen, als ich Lea adoptierte, welche früher draussen fast gar nix fressen konnte. Dies ist jedoch eine andere Geschichte.

Braucht es einfach nur eine gute Beziehung?

Bindung und Beziehung sind eigentlich sehr abstrakte Worte!
Was können wir uns genauer darunter vorstellen?
Mir hilft es weiter, die Worte zuerst in einen Kontext zu setzen.
Du bindest dich gerne an eine Person die dich führt, souverän ist und dir ausserdem noch Sicherheit gewährleistet. Schon nur rein an manchen Menschenfetischen ist allzu gut zu erkennen, dass es doch sehr befriedigend (im wahrsten Sinne des Wortes) sein kann, Macht abzugeben und sich führen zu lassen! Mir als Mensch fällt es nur extrem schwer, mich von jemanden führen zu lassen, da ich selber so kontrollsüchtig bin und alles selber machen möchte! Wenn ich mich aber bei jemandem wirklich wohl fühle, dann lass ich auch gerne einen anderen souveränen z.B. Autofahren. Sobald jemand unsicher fährt oder selber an sich zweifelt, will ich sofort wieder selber das Steuer übernehmen und fühle mich erst dann wieder sicher!
Aber das ist unter Lebewesen der gleichen Art! Ich habe ein klares Bild und weiss, wie man anständig Auto fährt. Falls jemand diese Massstäbe nicht erreicht, setze ich einen Stempel auf diesen Menschen als „schlechter oder unsicherer Autofahrer“.
Hunde denken nicht so und analysieren keine menschlichen Führungsdefizite.
Hund lernen aber sehr wohl eigene Strategien zu entwickeln und so entstehen dann auch für Menschen unerwünschte Verhalten (Der Hund ist weder dominant, noch will er die Weltherrschaft übernehmen).
Es braucht aber keine gute Bindung oder Beziehung zu einem Menschen, dass ich mich als Beifahrer wohl fühle. Ich war auch schon in Fahrtrainings Beifahrer und habe mich von der ersten Sekunde sicher gefühlt (Das Gegenteil war auch der Fall). Dies hat alleine mit der Ausstrahlung der Person hinter dem Steuer zu tun gehabt!
Also brauch ich noch nicht mal langwierigen Bindungsaufbau um mich sicher zu fühlen.

Was Bindung mit Magnetismus und Sparen zu tun hat

Eine Bindung baust du auf und sie wird sogar stärker, je wohler und sicherer du dich bei jemanden fühlst. Also könnte man sagen, der Magnet wird immer stärker und du fühlst dich auf eine gewisse aber gute Art immer mehr zu einer Person hingezogen. Du kannst dich bei einer gesunden Bindung aber immer distanzieren ohne unter der Entfernung zu leiden. Sonst entsteht eine Abhängigkeit und keine gute, sichere Bindung.
Jedes schöne gemeinsame Ereignis kann mit Geld auf ein Konto einzahlen verglichen werden (oder eben dem Magneten der stärker wird). Je mehr auf dem Bindungskonto drauf ist, desto besser. Auf Hunde bezogen bedeutet dies, dass dein Hund, auch wenn er gerade ein Monster sieht, sich lieber an dir als Mensch orientiert, als einfach vor dem Monster zu flüchten oder es angreifen zu wollen.

Eigentlich könnte alles so einfach sein!

Einerseits braucht es ganz klar die positive Verstärkung um unsere Hunde zu TRAINIEREN!
Und das Training beinhaltet auch das Erlernen von GRENZEN.
So liegt es in unserer Menschenverantwortung den Hund nicht Fehler machen zu lassen.
Wir müssen den Alltag so gestalten, dass unser Hund sich um uns herum immer sicher genug fühlt, dass er sich an uns orientieren kann und nicht eine andere Strategie, wie z.B. Flüchten oder Kämpfen ergreifen muss.
Dies ist doch dann FÜHRUNG?
Der Mensch weiss genau, wie viel er von seinem Hund verlangen kann und der Hund muss keine Fehler machen. Dann sind die Grenzen ganz klar und werden auch nicht in Frage gestellt.

Hunde spüren und riechen menschliche Unsicherheit!!!!!!!!
Dies ist für mich der springende Punkt!
Ich kenne auch einige positiv verstärkende Hundetrainer/Trainerinnen welche auf mich nicht sehr sicher wirken. Da kann es den anders Denkenden schon mal so vorkommen, als ob wir unsere Hunde einfach nur mit Futterbelohnungen verdummen wollen.
Es braucht aber ganz schön viel Ehrlichkeit sich einzugestehen, dass das Herz bei Hundebegegnungen doch schneller pumpt, dass wir mehr Adrenalin ausschütten und plötzlich unruhig atmen! Kein Wunder, dass der Hund unruhig wird und beginnt zu bellen.
Auch wir Menschen müssen an uns arbeiten! Wir müssen lernen in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben und cool & competent zu sein. Unsere Hunde werden uns dankbar dafür sein und sich noch wohler fühlen!

Die anders Denkenden
Ich setze mich sehr gerne in den Kopf von Menschen, die an Rudeltheorien und Dominanzgetue glauben. Nur so kann ich verstehen, was und wieso sie so denken. Dies erlaubt mir dann auch allenfalls in Gesprächen besser argumentieren zu können. Und wisst ihr was?
Vielleicht kann ich sogar was von anders Denkenden lernen!
Also wenn ihr das nächste Mal auf einen Text von Rudelführern stolpert, dann versucht doch den Text mit anderen Augen zu lesen und nicht gleich voller Vorurteile eine Hetzkampagne zu beginnen.

Und DENKSTE?

Tellington TTouch- durch Berührung und mehr Hunden helfen

Die Tellington TTouch Methode?

Wobei hilft die Tellington TTouch Methode?

Wohlbefinden:
Die Methode hilft, körperliches und emotionales Wohlbefinden zu verbessern.
Schliesslich ist sich wohl und sicher fühlen das Wichtigste im Leben.

Leistung:
Dadurch, dass das Tier ausgeglichener ist und besser mit Erregung umgehen kann, wird es auch bessere Leistungen im Alltag und Sport erbringen können.

Verhalten:
Tiere die ihren Körper gut spüren, sich sicher und ausgeglichen fühlen reagieren weniger schnell unsicher oder reaktiv auf Reize und es fällt ihnen auch leichter, sich nach Stress zu entspannen.

Beziehung:
Ein achtsamer Umgang verbessert die Bindung und Beziehung zum Tier.
Es fühlt sich sicher und wohl um uns und lernt uns zu vertrauen.

Was ist die Tellington TTouch Methode?

Die Tellington TTouch Methode kann in 4 Kategorien unterteilt werden:

-TTouches
-Lernparcours/Bodenarbeit
-Hilfsmittel
-Visualisation

Die TTouches

Es gibt kreisende (z.B. der Wolkenleopard), hebende (Bauchheber) und streichende/körperteilverbindende (Zick-Zack) TTouches.

Die TTouches helfen dem Tier unter anderem,  sich zu entspannen, Stress abzubauen und seinen Körper besser zu fühlen. Ausserdem wird bei den sanften und achtsamen Berührungen Oxytocin, das Bindungshormon freigesetzt.

Ohr-TTouch
Ohr-TTouch
TTouches mit dem Handrücken um Vertrauen zu gewinnen
TTouches mit dem Handrücken um Vertrauen zu gewinnen

Lernaparcours/Bodenarbeit

Im Lernparcours lernt ein Hund einerseits aufmerksam gegenüber dem Menschen zu sein.
Andererseits stärkt das gemeinsame Bewältigen der verschiedenen Hindernisse, wie z.B. ein Slalom oder ein Labyrinth auch das Selbstbewusstsein des Tieres und verbessert die Bindung zum Menschen.
Des weiteren wird das Körpergefühl durch die langsamen und bewussten Bewegungen verbessert und die Selbstkontrolle des Hunde gesteigert.
Auch der Mensch lernt auf seine Körperhaltung, seinen Blick und seine Atmung zu achten und diese zu verändern.

Es geht darum, die im Lernparcours erlernte Bewusstheit in den Alltag zu übertragen.

Slalom und Zwei-Kontaktpunkte-Führung
Slalom und Zwei-Kontaktpunkte-Führung
Labyrinth
Labyrinth

Hilfsmittel

Die Bandagen:
Die Bandagen bewirken, dass das Tier die Grenzen seines Körpers wahrnimmt und sich und seinen Körper dadurch besser spürt.

Bandage
Bandage

Das Thundershirt:

Das Thundershirt ähnelt vom Prinzip her den Bandagen.
Das Tier fühlt sich aber mit dem Thundershirt umhüllter und allgemein sicher.
Das Thundershirt kann helfen Gewitter und Knallereien entspannter zu bewältigen.

Thundershirt
Thundershirt

Es gibt noch einige weitere Hilfsmittel, wie zum Beispiel Fussbänder oder das Calming Cap.

Visualisation

Die Visualisation dient dem Menschen, sich ein klares Bild von dem was er sich von seinem Tier wünscht, zu machen. Oft hilft es enorm sich genau vorzustellen, wie sich unser Hund erwünscht  verhält. Dadurch wird es ihm viel leichter fallen, dies auch wirklich zu tun!

Lea früher und Lea heute

Lea Dezember 2013:
2013-12-22 14.17.06
Lea reiste im Dezember 2013 zu mir. Als sie in Bern ankam, war sie eine kleine, verwirrte, unsichere Podenco-Hündin. Es ging einige Zeit bis Lea pinkeln konnte und das grosse Geschäft wollte ewigs nicht raus. Verständlich, denn es war ja hier schliesslich auch Winter und überall lag dieses eklige, weisse Zeugs ( Schnee).

Zum Glück verstanden sich Marlon und Lea auf Anhieb so gut! Marlon gab Lea gerade zu Beginn viel Sicherheit.

1512594_10202615742505186_1866889699_n

In den ersten Tagen geschah es regelmässig, dass Lea eingefroren ist (FREEZE- eines der 4F in Stresssituationen). Die Auslöser waren mir nicht immer bekannt. Lea war durch wenige Reize schnell überfordert und mir war klar, dass ich sie in nur ganz kleinen Schritten an die neue Umwelt gewöhnen kann.

Ausserdem übte ich mit Lea über wacklige Gegenstände zu balancieren um ihr mehr Körperbewusstsein zu geben und ihr Selbstwertgefühl zu steigern!

Lea gewinnt an Selbstsicherheit
Lea gewinnt an Selbstsicherheit

Regelmässig verwöhnte ich Lea mit TTouches. Einerseits um ihren Stress abzubauen, andererseits aber auch um die Bindung zwischen uns zu stärken, da bei sanften Berührungen das Bindungshormon Oxytocin freigesetzt wird.

Ohr-TTouch
Ohr-TTouch

Auch das Thundershirt hat grossartige Dienste geleistet!
Lea konnte manchmal nicht zu Ruhe kommen. Als ich ihr jeweils das Thundershirt angezogen habe, dauerte es nur wenige Minuten und Lea konnte sich endlich entspannen und schlafen.
Das Thundershirt hilft Lea auch an fremden Orten und um viele Hunde herum ruhig zu bleiben.
Deshalb trägt es Lea auch jetzt noch regelmässig, gerade wenn sie mit an Weiterbildungen kommt.

Thundershirt- tolles Hilfsmittel!
Thundershirt- tolles Hilfsmittel!

10373684_10203747117388851_7218817314614753076_n

Lea wurde immer frecher und frecher! Sie taute so richtig auf und konnte beginnen, ihr Hundeleben zu geniessen.

10414577_10203805751414665_6891679648699652266_n

Die ersten Tricks lernte Lea schnell und macht immer ganz vorsichtig mit.

Lea mit Simone
Lea mit Simone

Auch zu anderen Menschen gewann Lea immer mehr vertrauen.
Während meines Studiums in „angewandter Kynologie“ an der Veterinärmedizinischen Universität Wien konnte ich meine Hunde einige Male mitnehmen. Meine sehr gute Kollegin und engagierte Hundetrainer Simone Gräber hat sich jedes Mal gefreut die Fortschritte Leas beobachten zu können.

Lea posiert selbstbewusst
Lea posiert selbstbewusst nach einem Jahr bei mir

Innerhalb des ersten Jahres hat sich Lea von einem introvertiertem und unsicher Hund zu einer sehr freudigen und jagdlich ambitionierten Hündin entwickelt.

Sturm und Drang...
Sturm und Drang…

Im Dezember diesen Jahres wird Lea schon drei Jahre bei mir sein und ich freue mich auf viele weitere Jahre mit ihr!

13738103_10209724031247962_1218411214143182186_o

Das Ruhe- und Schlafbedürfnis unserer Hunde

Gerade in meinen Entspannungstrainings erzähle ich immer, wie wichtig genug Ruhe und Schlaf für unsere Hunde ist und das Hunde optimal zwischen 17-20 Stunden pro Tag schlafen.
Der Schlaf dient zur Regenerierung und Verarbeitung und ist somit lebenswichtig.

Hier zwei tolle Artikel über das Ruhe- und Schlafbedürfnis unserer Hunde:

Ruhebedürfnis – Wie viel Schlaf braucht der Hund?

Welches Schlafbedürfnis Hunde haben

Kein Körbchen zu klein
Kein Körbchen zu klein

Podenco- (K)ein Hund für die Schweiz

Podenco- (K)ein Hund für die Schweiz

2802
Bild: www.beatweissen.ch

Podenco = selbständiger Jagdhund aus Spanien

In erster Linie sind Podencos genau dies- JAGDHUNDE!
Aber der grosse Unterschied zu den anderen Jagdgebrauchshunden ist die selbständige Jagdweise der Podencos. Sie sind nämlich Solitärjäger, was bedeutet, dass sie selbständig ohne Zusammenarbeit mit dem Menschen jagen , alle Jagdsequenzen in sich haben und auf der Jagd alle ausüben. Sowohl stöbern, aufscheuchen als auch hetzen und packen gehören ins Verhaltensrepertoire der Podencos. Meistens werden Podencos für die Kaninchenjagd in der Meute verwendet.

Podencos aus dem Tierschutz

Entweder direkt aus der Tötung, in einem Refugio in Spanien oder auf einer Pflegestelle.
Über Tierschutzorganisationen finden sich unzählig viele Podencos verschiedenen Alters, welche auf ein Zuhause warten. Oft ist nur wenig über die Herkunft der Hunde bekannt und nicht vorausschaubar wie sie sich in einem neuen Zuhause hierzulande verhalten können. Ausser die Hunde sind auf einer Pflegestelle untergebracht und können kennengelernt werden.

Grundsätzlich gilt, ganz junge Hunde wurden meist noch nicht für die Jagd verwendet.
Ausserdem können sich jüngere Hunde meist noch besser an andere Umweltreize gewöhnen. Durch gezieltes Schleppleinentraining besteht die Möglichkeit einen jungen Podenco irgendeinmal in gewissen Gebieten frei laufen zu lassen.

Erwachsene Hunde wurden eher für die Jagd verwendet oder haben frei gelebt.
Die Trainierbarkeit solcher Hunde stellt sich als schwerer dar, da es schwieriger ist mit unseren Belohnungsmöglichkeiten im Vergleich zu dem sehr stark selbstbelohnendem Jagen mitzuhalten. Auch können Hunde schlechte Erfahrung mit Menschen oder der Umwelt erlebt haben und sich vor verschiedensten Sachen fürchten.

Was bedeutet das für die Podencohaltung in der Schweiz?

Wer sich überlegt einen Podenco zu adoptieren, sollte sich gut überlegen, was auf ihn zukommen kann und dass sich Podencos von den herkömmlichen Hunden stark unterscheiden. Die meisten Hunde, wie Labrador, Pudel und Co können oft frei gelassen werden. Es besteht aber die Möglichkeit, dass ein Podenco so stark ausgeprägtes Jagdverhalten zeigt, dass er nie frei gelassen werden kann. Ausserdem ist das Training mit den selbständigen Podencos meist um einiges undankbarer als mit Hunden, welche eine hohe Kooperationsbereitschaft haben. So zeigen uns Podencos deutlich, wann sie genug haben und wir als Menschen dürfen kreativer sein, wie wir unsere Hunde bedürfnisgerecht belohnen.

Fazit

Wer sich bewusst ist, was er sich mit einem Podenco ins Haus holt, soll dies auch tun. Schliesslich sind Podencos wirklich einzigartige Hunde und tolle Lehrmeister, welche mit ihrer Schönheit und ihrem Charakter aus der Masse hervorstechen!
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich nach meinen zwei Podencos wahrscheinlich keinen weiteren mehr adoptieren werde. Aber ich bin sehr froh über die Erfahrungen die ich täglich mit meinen beiden sammle und möchte dies auch nicht missen. Die Herausforderung, etwas schwerer erziehbaren Hunde hat mich gereizt und deshalb entschied ich mich damals auch dafür Podencos zu adoptieren.
Ich konnte und kann viel über bedürfnisgerechte Belohnungen durch meine zwei Podencos lernen und gebe dies auch gerne an andere Hundehalter weiter.

Für Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung: info@faszination-hund.ch | 079 521 00 05

2812
Bild: www.beatweissen.ch