Hast du dir schon jemals Gedanken gemacht, welchen Einfluss deine Glaubenssätze und deine Gewohnheiten auf deinen Hund haben?

Anforderungen an deinen Hund

Versetze dich als erstes in die Situation zurück, bevor du deinen Hund adoptiert hast.
Überlege dir:
-Wieso wollte ich einen Hund?
-Was wollte ich mit meinen Hund gemeinsam erreichen? 
-Aus welchem Grund habe ich mich für diese Rasse oder einen Mischling entschieden?
-Warum habe ich mich genau in meinen Hund verliebt?

Glaubenssätze

Habe ich gewisse Glaubenssätze, was ich von einem, beziehungsweise MEINEM Hund in gewissen Situationen erwarte? Muss ein Hund alle Kinder und alle Menschen mögen? Wenn ja, wie sieht dies aus? Hätte ich gerne, dass sich mein Hund von allen wildfremden Menschen stressfrei anfassen lässt? Besteht die Erwartung an einen Hund, dass er sich mit jedem anderen Hund verstehen muss? Welche Leistung wünschst du dir von einem Hund zum Beispiel im Hundesport? Sobald du merkst, dass du gewisse vorgefertigte Glaubenssätze hast, wie EIN Hund sich in verschiedensten Situationen verhalten müsste, kannst du beginnen diese zu überdenken. Dann kannst du dir mehrere Fragen stellen. Z.B. „Wie fühlt sich MEIN Hund in Situation X?“,
„Macht mein Hund überhaupt gerne Agility oder will ich, dass ihm Agility Freude macht?“ „Fühlt sich mein Hund um andere Hunde sicher oder ist er vielleicht unsicher, wie er sich um andere Hunde verhalten soll?“

Es ist wichtig, dass du dich ab und zu in deinen Hund hineinversetzt und überlegst, wie genau sich dein in einer spezifischen Situation fühlt.

Sehr oft haben wir Menschen einen Anspruch an einen Hund, also einen starken Glaubenssatz, dass ein Hund zum Beispiel eben nun fremde Menschen mögen sollte. Doch nicht jeder Hund mag alle Menschen. Was sollte die Motivation eines Hundes sein jeden Unbekannten zu mögen? Von Natur aus ist ein bisschen Respekt vor neuen Situationen durchaus sinnvoll. Das bedeutet für uns Menschen, dass wir nicht einfach einen Anspruch an unseren Hund haben können, ohne dem Hund die Situation auch irgendwie schmackhaft zu machen. Viele fremde Menschen nähern sich einem Hund viel zu schnell an und wollen ihm am liebsten noch auf den Kopf tätscheln oder gar umarmen. (Eine Umarmung ist etwas, was Primaten gerne unter sich machen. Dies soll auch so bleiben, denn für die meisten Hunde sind Umarmungen etwas sehr unhöfliches. So kann es bei einem unschönen Spiel dazu kommen, dass ein Hund eine Pfote oder ein Bein über einen anderen Hund legt. Dies ist aber sehr unhöflich und hat nichts mit einer menschlichen Umarmung zu tun hat.)
Das bedeutet, dass Menschen lernen müssen, sich auf eine respektvolle Art dem Hund zu nähern. Also liegt es nun an dem Herrchen oder Frauchen eine Person anzuleiten, wie diese den Hund berühren soll oder eben vielleicht auch nicht. Es wäre dem Hund gegenüber nicht fair, meinen eigenen Glaubenssatz durchzwängen zu wollen ohne auf das Befinden des Hundes einzugehen. Schliesslich willst du, dass dein Hund wirklich das Gefühl hat, dass du als Mensch ihn verstehst. So, dass dein Hund auch in neuen und schwierigen Situationen weiterhin bei dir Schutz sucht. Alles beginnt wirklich bei diesen kleinen Sachen! Überlege dir auch, ob du selber deinen Hund immer auf eine respektvolle und freundliche Art berührst. Wie ziehst du im Geschirr und Leine an? Muss dein Hund einfach stillhalten oder hast du deinem Hund beigebracht, dass es sich lohnt, hinzuhalten um danach vielleicht ein Leckerlie zu bekommen.

Immer wieder empfehle ich den Menschen die sich über ihren Hund ärgern zu denken, „Das ist ein Hund und nicht das ist MEIN Hund, der sich so verhält“

Dieser Wechsel in deinem Denken kann dir helfen, dass du dich nicht über deinen Hund aufregst, weil sich dein Hund eben zu benehmen habe. Du kannst dadurch merken, dass EIN Hund in solch einer Situation unruhig werden kann. Hoffentlich realisierst du, dass dein Hund vielleicht gar nicht weiss, was er anstelle dessen tun kann und kannst deinem Hund zeigen, was er in dieser Situation machen kann. Oft verschwenden Menschen unnötige Zeit damit, sich über Hunde aufzuregen, anstatt dem Hund möglichst schnell Hilfestellung geben zu können, wie er eine herausfordernde Situation besser bewältigen kann.

Wie reagiere ich selber in schwierigen Situationen

Genau so wichtig ist es auch zu bedenken, dass auch im menschlichen Körper viele Vorgänge stattfinden. Da kommt plötzlich ein fremder Hund um die Ecke. Was denke ich dabei? Verändert sich etwas an meiner Körperhaltung? Nehme ich die Leine fester in die Hand? Steigt mein Puls? Hunde merken dies alles! Hunde können unseren Stress sogar riechen.

In diesem Sinne überlege dir doch, an welchem Ende der Leine es hapert. Aus meiner Sicht ist der Hund nie Schuld. Und es sollte ein gemeinsames Lernen von- und miteinander stattfinden dürfen! Sieh eine zur Zeit noch schwierige Situation als Challenge an, gemeinsam mit deinem Hund wachsen zu dürfen. Denn jede Hürde die du mit deinem Hund überwindest, wird das Band zwischen euch nur noch mehr stärken.

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